Ich sitze am See, beobachte das Wasser und schaue nach springenden Fischen. In den Bäumen hinter mir ruft ein Kuckuck und verabschiedet die untergehende Sonne am gegenüberliegenden Ufer. Ein Overnighter steht mir bevor, am nächsten Morgen geht es wieder auf Arbeit. Vor 20 Minuten bin ich am See angekommen, die Ruten liegen in Wasser, das Zelt steht und ich habe meine Ruhe.

Mittlerweile habe ich es geschafft, mein Tackle derart zu reduzieren, dass ich nicht nur super schnell aufbauen und einpacken kann, sondern ich bekommen auch alles mit einem mal weg, ohne Trolley.

Ich war es leid, jedes mal die halbe Wohnung auszuräumen, nur um Fischen zu fahren. Das Auto vollgekracht bis oben hin, das Hinterrad schleift fast am Radkasten und der Trolley ist so hoch beladen, dass selbst ich kaum noch drüberschauen konnte. Dieser Wahnsinn hat mich so genervt, dass ich andere Hobbys dem Angeln vorgezogen habe. Ich hatte einfach keine Lust auf diesen riesen Aufwand, auf das Geschleppe und Geräume.

Im vergangenen Jahr habe ich dann begonnen, mich nach Alternativen umzuschauen. Wie kann ich mein Tackle verkleinern, ohne Notwendigkeiten zu Hause zu lassen?

In den folgenden Artikeln möchte ich meinen bisherigen Reduzierungsweg aufzeigen und Tacklelösungen vorstellen, die zu einer erheblichen Gewichts- und Volumenreduzierung geführt haben. Diese sind wahrscheinlich nicht für jeden umsetzbar, denn letztlich findet jeder andere Voraussetzungen vor oder ist bereit, Kompromisse einzugehen. Doch in meinem Angelalltag, der mittlerweile eher aus kurzen Overnightern an kleineren Seen besteht, haben sich diese Lösungen bewährt und das Geschleppe hat sich so auf ein Minimum reduziert. 

Ganz leicht fiel es jedoch auch mir nicht, denn vor allem das Tackle aus dem Karpfenangelbereich ist auf maximale Größe und Volumen ausgelegt. Das mag zwar komfortabel und für all jene, die das Auto hinter dem Zelt stehen haben, kein logistisches Problem sein, aber sobald ich einen Fußmarsch zurücklegen muss, habe ich ein Problem. Deswegen schaue ich mich auch nach Gegenständen um, die nicht aus dem Angelsektor kommen.

 

Ansätze zur Reduzierung

 

Wo viel ist, kann viel eingespart werden. Das gilt sowohl für das Packmaß als auch für das Gewicht.

 

Demzufolge rücken die folgenden Ausrüstungsgegenständen in den Fokus:

  • Rucksack

Saber Tackle Compact DPM Camo Rucksack vs. Anaconda Carp Hooker XL

  • Schlafsack

Snugpack Softie Elite 3

  • Rutenfutteral

Anaconda Cute Rod Sleeve vs. Anaconda Double Rod Sleeve

  • Zelt

Wychwood Tactical Carp Tarp - eine Alternative für die ganz harten

  • Liege
  • Stuhl

Kleineres Einsparpotential gibt es vor allem bei den folgenden Gegenständen:

  • Tacklebox
  • Rodpod/Banksticks
  • Wiege- und Unhookingsetup

 

 Diese Liste werde ich nach und nach aktualisieren und die neuen Berichte verlinken.

 

Packstrategie

Es ist kein Geheimnis, dass man umso mehr mitnimmt, je mehr Platz man zur Verfügung hat. Wenn ich also mit meinem riesigen Rucksack losziehe, habe ich entsprechend viele Gegenstände mit, die ich meistens nicht brauche. Daher bedeutet das taschenseitige Downsizing auch, dass ich hinterfragen muss, was ich wirklich brauche und was nicht. Brauche ich 10 200gr schwere Bleie, wenn ich mit meinen 2,75er Ruten an den kleinen See fahre? Muss ich meine gesamte Tacklebox mitschleppen oder reicht es nicht aus, fertig gebundene Rigs und ein bisschen Werkzeug einzupacken? All diese Fragen musste ich mir beantworten und bin mitlerweile an einem Punkt angekommen, an dem ich wirklich nur das nötigste dabei habe, aber trotzdem noch keinen Moment hatte, wo wirklich etwas gefehlt hat. Mission erfüllt ;)