Im Zuge meines Downsizingsprojekts war ich auf der Suche nach einem neuem Schlafsack. Bisher nutzte ich einen Anaconda Nightwarrior II, der mir schon einige Jahre gute Dienste leistete. Bis in leichte Minusgrade war ich mit dem Schlafsack bisher sehr gut aufgestellt.

Was mich jedoch immer gestört hat, war die enorme Größe des Schlafsacks. Schon an sich ist der Schlafsack extrem groß, was sich dann auch auf Packmaß und Gewicht niederschlägt. Mit 2,30 m länge ist er selbst mir zu lang und ich messe über 1,90 cm. Folge waren hin und wieder kalte Füße durch die viele Luft, die sich in den ungenutzten Bereichen befindet und auskühl. Zudem ist der Schlafsack viel zu lang für meine Liege, so dass das ungenutzte Fußteil auf dem Boden lag und im besten Falle nass und dreckig wurde. Im verpackten Zustand ist der Schlafsack auf Grund der Größe unglaublich unhandlich. Im Auto und auf dem Trolley nimmt er viel Platz weg und beim Tragen ist es auch nicht gerade praktisch, so ein riesen Paket mitzuschleppen. Als ich mich nun nach einem neuen Schlafsack umschaute, legte ich den Schlafsack mal zu Spaß auf eine Waage. Ziemlich genau 5 kg wurden angezeigt... Es kann also nur besser werden.

 

Anforderungen an den neuen Schlafsack

An meinen neuen Schlafsack hatte ich folgende Anforderungen:

  • deutlich kleineres Packmaß
  • Gewicht maximal 2 kg
  • Komforttemperatur von unter 0°C
  • gedeckte Farbe
  • viel mehr als 100 € sollte er nicht kosten

Auf Basis dieses Profils bin ich dann auf die Suche gegangen. Schnell wurde klar, dass ich mich im Angelsektor nicht umschauen brauchte. Größer - schwerer - unhandlicher ist die Devise der Angelhersteller, und das zu teils unverschämten Preisen. Die Suche führte mich zu Campingausrüstern, doch so richtig passend war das alles nicht. Schließlich landete ich bei Outdoorausrüstern, die hochwertige Wanderausrüstung herstellen, aber auch auf dem Military/Tactical-Gebiet unterwegs sind. Dabei verdichtete sich die Suche auf die Hersteller Snugpack und Carinthia. Beide stellen sowohl Outdoorausrüstung her, sind aber auch Ausrüster des Militärs. Bei beiden Herstellern findet man olivgrüne Schlafsäcke mit kleinem Packmaß und einer ordentlichen Wärmeleistung.

Nach einiger Recherche fiel meine Wahl dann letztlich auf den Snugpack Softie Elite 3.

 

Snugpack Softie Elite 3

 

Seit dem Frühjahr 2018 bin ich nun im Besitz der Snugpack Softie Elite 3 Schlafsacks. Er ist ein klassischer Mumienschlafsack, was den meisten Karpfenanglern wahrscheinlich zu unkomfortabel ist. Fakt ist jedoch, dass er mit 1,7 kg inkl. Packsack (selbst nachgewogen) über 3,1 kg leichter ist als der Nightwarrior 2 von Anaconda. Auch das Packmaß ist deutlich geringer. Allein dieser Umstand ist ein deutliches Plus, denn er passt ganz einfach an die Schnallen meines Saber Rucksacks, mit denen ich den Schlafsack ganz einfach als Außenlast befestigen kann. Damit habe ich die Hände frei für andere Dinge.

Trotz des geringen Gewichts hat er (lt. Hersteller) eine sehr starke Wärmeleistung, die Komforttemperatur liegt bei -5°C.

Die Materialien des Schlafsacks sind alle sehr angenehm und je nach Platzierung unterschiedlich. So befindet sich am Fußende des Schlafsacks eine festeres Material als im restlichen Inneren des Schlafsacks. Das Außenmaterial ist auch recht robust und leicht wasserabweisend. Insgesamt wirkt die Verarbeitung des Schlafsacks sehr hochwertig und robust.

Eine Dinge möchte ich außerdem hervorheben:

  1.  Der Schlafsack kann in seiner Weite angepasst werden. Er hat zwei Reißverschlüsse, die beim Zuziehen ein unterschiedliches Innenmaß hervorbringen. Damit kann ich je nach Außentemperatur mehr oder weniger Luft im Schlafsack lassen und so die Wärmeleistung regulieren. Gleichzeitig passt sich natürlich der Bewergungsspielraum an. Das ganze nennt sich "Expanda Panel System" und ist, wie ich finde, ziemlich praktisch.
  2. Er hat eine kleine "Halskrause" auf Schulterhöhe eingenäht, um das Eindringen kalter Luft ins Innere zu verhindern. Dieses Feature zahlt sich bestimmt erst in kühleren Nächten aus. Jetzt, im Juni 2018, kann ich daher nur so viel sagen: schön weich ist es!

Bisher habe ich den Schlafsack nur bei wenigen Nächten getesten. Dabei war es mit 10°C bis 15°C Außentemperatur meist recht mild, also keine wirkliche Herausforderung.  Trotzdem habe ich gut und angenehm geschlafen, die Fische bissen erst in den Morgenstunden ;) Die letzte Session brachte aber auch einstellige Temperaturen, welche auch gemeistert wurden. An den Rand des Komfortbereiches bin ich jetzt im Sommer 2018 aber natürlich noch nicht rangekommen.

Nach so kurzer Zeit kann ich natürlich noch kein endgültiges Fazit ziehen. Doch bisher bin ich sehr zufrieden.

 

Update im Dezember 2018:

Nach einigen Nächten im Snugpack-Schlafsack möchte noch eine kurze Einschätzung nachlegen.

Den Schlafsack konnte ich bis in leichte Minusgrade hinein testen. Dabei hat er mich nicht im Stich gelassen. Im Gegensatz zum alten Anaconda-Schlafsack konnte ich auch meine "Schlafkleidung" reduzieren. Beim alten Schlafsack war es notwendig, eine Jacke beim Schlafen zu tragen. Auf die kann ich jetzt verzichten. Postiv ist mir auch aufgefallen, dass ich keine kalten Füße mehr habe, was wohl daran liegt, dass es ein Mumienschlafsack ist. Das ist gleichzeitig auch ein Fakt, an den man sich gewöhnen muss, vor allem wenn man nachts schnell an die Ruten muss. Bei mir ging die Umstellung aber recht schnell und das Aufstehen geht genau so schnell, wie mit dem Anaconda-Schlafsack.