30.03.2016

Es ist Mitte März und die neue Saison steht in den Startlöchern. Bisher nutzten wir die Zeit für Messebesuche,  das Auffrischen der Tackleboxen, zum Rigs binden und natürlich für die Produktion von gutem Futter. Nun endlich wird das Wetter besser, man bekommt eine Idee von Frühling. Jetzt gibt es kein Halten mehr, die Nase muss in den warmen Süd-West! Also raus ans Wasser.
Den Anfang machte ich, indem ich das von mir auserkorene, noch unbekannte Frühjahrsgewässer mit allen zur Verfügung stehenden Hilfsmitteln erkundete und eine kleine, den noch sehr niedrigen Wassertemperaturen entsprechende Futterkampagne startete. Im Laufe der letzten Woche stiegen die Wassertemperaturen infolge des Einzug haltenden Frühlingswetters und die Futtermengen wurden kontinuierlich angepasst. Ich wollte die mir zur Verfügung stehende Zeit so effektiv wie möglich nutzen. Nun hatte ich also nur Zeit für einen kurzen Overnighter. Doch alles war perfekt vorbereitet und geplant, nur meine anfänglich „hölzerne“ Performance im Umgang mit dem Schlauchboot bei stark auflandigem Wind nervte mich eingangs etwas. Das ist ein Umstand, mit dem ich jede beginnende Saison zu kämpfen habe: die Abläufe und Automatismen müssen sich erst wieder einspielen. Doch im Laufe des Tages kam die ersehnte Routine zurück – ich war zufrieden.
Am Ende klappte es auch noch mit den Fischen. Ganze drei Läufe bekam ich, davon konnte ich jeden Fisch auch sicher landen. Ein Auftakt nach Maß!

Bis demnächst, bleibt sauber und achtet die Regeln

12.11.2015

Es ist Ende Oktober und die Bedingungen werden schon langsam schlechter, als es endlich nochmal nach Sachsen-Anhalt zum Stauseeangeln geht. Ganze drei Nächte habe ich Zeit, um dem ca. 480ha großen Gewässer einen Fisch abzutrotzen. Das Abenteuer beginnt mit einer nächtlichen Überfahrt an eine mir schon bekannte Stelle, die ich im letzten Jahr schon einmal in Augenschein nehmen konnte. Schon während der Überfahrt markiere ich meine Plätze, sodass das Ausbringen der Ruten und der Aufbau des kleinen Camps nicht allzu viel Zeit in Anspruch nimmt. Geschafft falle ich gegen um zwölf auf die Liege und schlafe bald ein. Doch schon gegen um sechs am nächsten Morgen weckt mich der Dauerton des rechten Micron! Schnell in die Watstiefel und ab ins Boot und dem Fisch entgegen. Nach kurzem, knackigem Kampf darf der erste Fisch um die 10kg eingenetzt werden. Das ganze spielte sich bei nur noch 9 Grad Wassertemperatur ab, was mich umso mehr freut. Die Rute wird sogleich wieder ausgelegt und etwas nachgefüttert. Kaum wieder an Land, brühe ich mir erstmal einen frischen Kaffee und blicke über den noch dampfenden See. Was für ein herrliches Feeling!
Nach einem ausgiebigen Frühstück läuft erneut die rechte Rute ab! Wieder bin ich schnell im Boot und auf Stufe 5 dem Fisch entgegen. Dieser zweite Fisch wehrt sich vehementer als der erste, ist schließlich auch noch ein paar Kilo schwerer. Was will man mehr?
Im weiteren Tagesverlauf passiert recht wenig, erst in den Abendstunden bekomme ich die nächste Aktion. Erneut bringt das neue Ködermuster Aktion, die Fische scheinen es zu mögen. Auch dieser Fisch knackt locker die 10kg-Marke, so wie ein weiterer, den ich in dieser Nacht zum Landgang überreden kann. Als der dritte Tag anbricht habe ich nun schon vier gute Fische auf der Habenseite, ich bin überaus zufrieden! Kurz vor Mittag erfolgt der nächste Lauf. Auch diesen schönen Fisch kann ich ohne Probleme netzen, dazu strahlend blauer Himmel und nochmal angenehme Temperaturen um die 15 Grad, perfekt!
Gegen Abend zieht dann aber sehr stürmischer Wind auf, ich habe mit sehr starker Seitendrift zu kämpfen und muss alle Register ziehen, um noch halbwegs eine vernünftige Präsentation auf der doch recht immensen Entfernung hinzubekommen. Um die Mitternachtsstunde herum muss ich die linke Rute einholen. Zu viel Fadenalge hatte sich in der Schnur gesammelt und auch das mittels Quicklink um 225g Grippa-Bleie erweiterte Poseidon Absenkblei hielt dem Druck der Strömung nicht mehr stand. Nun hieß es also in dunkler Sturmnacht mit der Schlauche gegen halbmeterhohe Wellen anzufahren und die Montage sowie Stabboje zu „evakuieren“. Zum Glück hatte ich eine Schwimmweste dabei! Der Rhino VX 44 stieß hier gewaltig an seine Grenzen, was am nächsten Tag noch erdrückender offensichtlich wurde. Als ich am nächsten Morgen die rechte Rute „bergen“ wollte, kam ich stellenweise kaum vom Fleck, selbst auf Stufe 5 nicht! Mir wurde langsam klar, dass ich zukünftig einen stärkeren Motor brauche, um solche Extremsituationen besser parieren zu können. Die Schnur der rechten Rute hing insgesamt 5 mal fest, die starke Seitendrift hatte sie wohl in diverse Hindernisse gespült. Ich konnte aber jeden dieser Hänger lösen und schließlich die Montage ohne Abriss einholen.
Nun musste ich aber noch übersetzen. Mir schwante nichts Gutes! Allerdings ließ der Wind gütiger weise im Laufe des Vormittags nach, sodass ich, nachdem ich das kleine Camp abgebaut hatte, zwar mehr schlecht als recht, aber immerhin erfolgreich übersetzen konnte.

Alles in allem ein schönes Abenteuer zum Saisonende mit unerwartet guter Ausbeute und ein paar bereichernden Erfahrungen und der Gewissheit für 2016: ich komme wieder!

13.10.2015

Mitte September begann der finale Saisonabschnitt – endlich Herbst! Gefischt wurde an unterschiedlichen Gewässern, wobei ich nach einer grotesken Erfahrung an einem überfischten Gewässer bewusst auf große Ansammlungen von „Hanta’s“ verzichtete und eher Gewässer befischte, an denen ich mehr oder minder meine Ruhe vor derartigem Schlag Mensch hatte. Dass dies auch Auswirkungen auf die zu erwartenden Fischgrößen hatte, war mir in dieser Situation egal, ich wollte in Ruhe meine Herbstangelei durchziehen. Dabei konnte ich wirklich schöne Fische fangen und auch Stefan, der mich bei einer Session Anfang Oktober begleitete, konnte binnen einen Nacht vier schnuckelige Spiegler in kurzer Abfolge auf der Habenseite verbuchen. Die Mitte Oktober geplante  4-Nacht-Session musste wegen Krankheit ausfallen, was mich zwar sehr ärgerte, im Nachhinein wohl aber als ein glücklicher Zufall gelten muss, da an dem von mir anvisierten Gewässer noch einmal Hochbetrieb herrschte und sich vermeintliche Koryphäen der regionalen Szene dort die Klinke in die Hand gaben und das Gewässer förmlich belagerten. Also nichts für mich!


Ende Oktober soll es nochmal nach Sachsen-Anhalt zum Stauseefischen gehen...ich werde darüber an dieser Stelle berichten.

02.09.2015

In der zweiten Sommerhälfte hatte ich leider wenig Zeit zum Fischen. Zwischen Anfang August und Mitte September schaffte ich es nur selten ans Wasser. Allerdings war auch eine 2-Nacht-Session an der Elbe geplant, die ich recht erfolgreich meistern konnte. Nach einer Woche des Vorfütterns – ich setzte ausschließlich auf große, harte Boilies – konnte der Tanz beginnen. Normalerweise kann man am Fluss die Nacht halbwegs durchschlafen, bevor es in den Morgenstunden das erste mal heiß her geht, jedoch machte ich bei dieser Session in beiden Nächten kaum ein Auge zu! Scheiss‘ der Hund drauf, wurde eben tagsüber gepennt!  Biss auf Biss folgte in kurzer Abfolge, es landete ein rekordverdächtiger Döbel nach dem anderen im Netz! Dann folgte endlich der erste Karpfen, nachdem ich die Präsentation angepasst hatte. Der Schuppi war nicht sonderlich groß, aber allemal ein Anfang! Am folgenden Tag blieb es verhältnismäßig ruhig, erst in der blauen Stunde begann der Tanz von neuem. Wieder folgte Döbel auf Döbel. Selbst die harten 30mm- Big Balls waren nicht vor ihnen sicher! Im Morgengrauen, nach mehr als 10 großen Döbeln, bekam ich nochmal einen Dauerton auf die Ohren: Mein Gegner entpuppte sich als hart kämpfender Flussschuppi, der dem Gerät alles abverlangte, am Ende jedoch sicher in herrlichem Frühnebelambiente gelandet werden konnte.  Alles in allem war es eine gelungene Session, das ausschließliche Füttern mit Boilies brachte mehr Aktionen als gedacht, jedoch auch die Erkenntnis, dass selektives Fischen allein über die Ködergröße nicht zu realisieren ist.

06.08.2015

Als ich nach 2 Monaten harten Flussfischens der Elbe langsam überdrüssig wurde, musste eine neue Herausforderung her. Es sollte wieder an ein stehendes Gewässer gehen, wo die neuen 3,5lbs ProLogic C3 Pro beim Werfen voll zur Geltung kommen konnten. Innerhalb mehrerer Wochen baute ich mir nun ein paar Futterplätze auf, welche ich, meist in kurzen Overnightern, befischte. Dabei kamen ein paar gewichtige Überraschungen zutage. Am eindrücklichsten aber war eine 2-Nacht-Session an und um meinen Geburtstag! Nicht nur 5 Fische in der ersten Nacht, sondern auch die vielen Glückwünsche auf allen Kanälen und vor allem die Überraschungsbesuche am Wasser werden mir immer in guter Erinnerung bleiben. Ich bedanke mich nochmal herzlich bei allen Beteiligten, es war mir eine große Freude und verlangt nach Wiederholung im kommenden Jahr.

In der zweiten Sommerhälfte sind schon neue Ziele gesetzt und werden schon bald in Angriff genommen. Ich werde an dieser Stelle berichten.

bis zum nächsten mal, Christoph