10.06.2018

Später als in anderen Jahren widmete ich mich in diesem Jahr dem großen Strom. Die immer knapper werdende Zeit machte es nötig, sich noch umfangreicher und strategischer auf diese Art der Angelei vorzubereiten. Nach der eher durchwachsenen Vorjahressaison befasste ich mich schon im Winter mit der Ursachensuche und richtete mein Vorgehen anhand der daraus gewonnenen Erkenntnissen aus. Reichlich Futter und eine dezidierte Spotwahl sollten es richten. Und der Plan ging vollends auf! Ich konnte die wenige Zeit am Wasser sehr effektiv nutzen und eine richtig gute Serie hinlegen. Obgleich der absolute Brecher noch nicht dabei war, kann man von einem sehr gelungenen Start in die Strom-Saison sprechen.

08.06.2018

 

Nach einem zögerlichen Frühlingsbeginn und dem anschließendem Turbosommer ist es an der Zeit ein kurzes Fazit zur Frühjahrsangelei zu ziehen. Die meiste Zeit verbrachte ich an einem Kiessee in der näheren Umgebung, den ich zusammen mit Christoph im Winter genauer unter Lupe genommen hatte.

Während meiner kurzen Overnighter konnte ich so den einen oder anderen Schuppi überlisten, allerdings alles keine Riesen.  Darum ging es mir jedoch nicht, denn in erster Linie möchte ich das Gewässer kennenlernen und seine Eigenheiten herausarbeiten. Letzlich verbrachte ich schöne Stunden am Gewässer und das ist es doch, was zählt.

Mitte Mai unternahm ich mit Christoph dann einen Ausflug an einen anderen kleinen See in der Lausitz. Ungewöhnlich früh befanden sich die Fische schon mitten im Laichgeschäft, doch trotzdem konnte ich einige schöne Fische zum Landgang überredet. Der größte maß zwar 78 cm, brachte im völlig abgelaichten Zustand aber gerade mal 13 Pfund auf die Waage. Energie hatte er jedoch, der Drill war ziemlich aufregend. Erfolgreich war ich bei dieser, wie auch bei den anderen Frühjahrssessions mit Chod-Rigs und Multirigs am Helicopter-Setup, durchweg bestückt mit kleinen Fluo-Popups.

Damit ist die erste Jahreshälfte schon rum, nach der Christoph nun so langsam in die Elbefischerei einsteigen wird. Die erste erfolgreiche Session konnte er schon hinter sich bringen. Doch dazu mehr in Kürze...

 

 

20.05.2018

Durch die Geburt meiner Tochter kam ich im April nur sehr selten ans Wasser. Ende April/ Anfang Mai war es dann aber so weit: die ersten richtigen Overnight-Sessions des Jahres standen an. Meine Wahl fiel auf zwei klassische Frühjahrsgewässer, die auch nicht so weit entfernt waren, sollte es doch nochmal Komplikationen mit dem Baby geben.

Die den gesamten April andauernde, trockene und sehr milde Wetterlage durchkreuzten aber leider etwas meine Pläne: die Fische waren in den von mir gewählten Gewässern schon Ende April völlig in Laichstimmung! So gelang es mir aber dennoch, den ein oder anderen Fisch während der einzelnen, kurzen Nächte ans Band zu bekommen. Logischerweise handelte es sich meist um Milchner. Diese bringen zwar nicht die höchsten Stückgewichte mit sich, entschädigen aber durch atemberaubende Drills.

Insgesamt war ich mit dem Fangergebnis ganz gut zufrieden. Endlich die ersten Nächte draußen in der Natur verbringen zu können, war aber unter dem Strich noch viel wichtiger für mich.

25.03.2018

 

Nachdem ich letzte Woche, noch vor dem neuerlichen Wintereinbruch, das Zeitfenster optimal erwischte und erfolgreich sein konnte, mussten wir uns jedoch bis zur nächsten Session bis gestern gedulden.

Die Bedingungen waren denkbar schlecht: Jede Nacht Minusgrade, jeden Morgen erneutes Eis auf dem See. Die Wassertemperaturen lagen nun wieder nur zwischen 5 – 6 °C, der spärliche Sonnenschein der letzten Tage ließ das Eis erst sehr spät am Tag schmelzen. Dennoch ließen wir uns davon nicht abhalten und bereiteten alles entsprechend vor. Sehr wenig, dafür aber hochattraktives Futter wurde eingebracht und noch so kleine Fischaktivitäten beobachtet.


Gestern früh war es dann soweit: Noch eine Nacht vor der Zeitumstellung klaute mir Stefan drei weitere Stunden Schlaf und stand schon kurz vor  05.00 Uhr vor meiner Haustür. Das Auto hatten wir schon am Vorabend gepackt und sicher in der Tiefgarage abgestellt. Nun konnte es also losgehen. Wir waren noch vor Sonnenaufgang am Wasser und uns erwartete ein zu ¾ zugefrorener See!
In den ersten Stunden befischten wir den noch eisfreien Teil des Sees, ab ca. 10 Uhr konnten wir dann die vorbereiteten Stellen befischen. Der von Sonnenaufgang bis in die Mittagsstunden hinein andauernde Sonnenschein ließ sogar leichtes Frühlings-Feeling aufkommen. Der ständig drehende, zumeist aus Ost/Süd-Ost kommende, kalte Wind gewann erst wieder die Oberhand, als sich nach dem Mittag große Wolkenformationen vor die wärmende Sonne schoben. Alsdann verkrochen wir uns unter das Tempest Brolly, wo wir vor dem eisigen Wind geschützt waren.

Gegen Mittag lief plötzlich Stefans rechte Rute ab. Ein ziemlich aufregender Drill begann – und endete erst nach 15 Minuten des Kampfes. Der für dieses Gewässer schon sehr stattliche Fisch machte an der 2,75er Corky in Verbindung mit den SS2600 gleich noch viel mehr Drillfreude. Diese stand Stefan dann während des Wiegens und der Fotosession sichtlich ins Gesicht geschrieben.

Bei diesem einen Fisch blieb es, auch wenn Stefan als auch ich jeweils noch Aktionen hatten, die wir aber leider nicht verwerten konnten. Als es dämmerte, packten wir in aller Ruhe ab und waren schließlich gegen 20.00 Uhr wieder zu Hause. Wir waren zufrieden, hatten wir doch nicht wirklich mit Fisch gerechnet. Jetzt sind wir heiß auf kommende Abenteuer!

In diesem Sinne, euch allen einen guten Start in die neue Saison

Eure Underground Carpers

22.12.2017

 

Manchmal braucht man etwas Zeit, um die geschehenen Dinge zu verarbeiten, oder aber man findet einfach keine Muse, um das Erlebte aufzuschreiben. Sucht euch was aus, weswegen ich erst jetzt, so kurz vor Weihnachten, noch von unserer OKTOBER-Session berichte, die uns, wie schon Anfang September, an ein lange Zeit links liegen gelassenes Gewässer geführt hat.

Mitte Oktober wollten wir nun einen anderen Seeteil für unsere Angelei nutzen, der sich am unzugänglichen, gegenüberliegenden Ufer erstreckte. Wir hatten uns vorgenommen, nah an der steil abfallende Uferkante, teils unter überhängenden Bäumen, unser Glück zu versuchen. Akkurate Würfe und gezieltes Anfüttern waren dafür notwendig, der teilweise ziemlich böige Seitenwind machten es uns jedoch nicht immer ganz einfach.

Doch nach den ersten Würfen hatten wir uns recht gut auf die Situation eingestellt und konnten so auf gut präparierten Plätzen in die erste Nacht gehen. Wir genossen den Abend bei einem kühlen Getränk, verschwanden jedoch recht bald in unsere Schlafsäcke. Doch schon kurz vor 24 Uhr meldete sich meine rechte Rute - Fallbiss. Nach einem kurzem, aber schönen Drill, konnte ich einen schlanken Schuppenkarpfen an Land begrüßen. Nachdem der Fisch versorgt war, warf ich die Rute wieder an ihren Platz... naja, ich versuchte es zumindest, denn es kam wie es kommen musste... Ich feuerte natürlich in den überhängenden Baum an meinem Spot, trotz geclipter Schnur. Alle Versuche, die Schnur zu befreien, blieben erfolglos. So blieb mir nichts anderes übrig, als die komplette Montage neu aufzubauen, inkl. Schlagschnur. Das macht ja besonders zu später Stunde immer viel Spaß. Der zweite Wurf saß dann aber und ich konnte mich wieder hinlegen. Am nächsten Morgen gegen 6:00 Uhr meldete sich erneut meine rechte Rute, jedoch nur sehr zaghaft. Nach kurzem Drill entpuppte sich der Gegenspieler als Brasse, die gleich wieder zurück durfte. Leider blieb es den Rest der Nacht ruhig, so dass wir am nächsten Morgen etwas enttäuscht waren, denn wir hatten uns deutlich mehr Aktion erhofft.

So machten wir am Morgen unsere Ruten neu, wobei Christoph feststellen musste, dass seine Bleie verdächtig nach Faulschlamm rochen. Ärgerlich und unerwartet zugleich. Egal - erstmal Frühstücken... Gerade biss ich genüsslich in mein Brötchen, da rannte meine linke Rute unvermittelt los. Schnell merkte ich, dass der Fisch am anderen Ende etwas größer war, als der vorherige Schuppi. So zog ich mir vorsichtshalber die Wathose an, denn links neben meinen Ruten lag ein umgestürzter Baum im Wasser. Ich wollte unbedingt vermeiden, dass der Karpfen kurz vorm Keschern noch in dieses Hindernis hineinschwamm. Und meine Vorahnung bestätigte sich, denn kaum war der Kämpfer in Ufernähe, schwamm er entschlossen in Richtung Baumkrone. Doch ich konnte ihn dank Wathose doch noch wegdirigieren und letztlich sicher im Kescher unterbringen. Welch ein Kampf! Schnell versorgten wir den Fisch, der mit 21 Pfund bei 81 cm ähnliche Maße wie sein "Cousin" aus der letzten Session hatte.

Ich konnte also recht zufrieden sein, doch Christoph war mittlerweile etwas unzufrieden. Auf Grund des Seitenwindes fiel es ihm ziemlich schwer, seine Plätze in reichlich 90m Entfernung zu treffen. Dazu kam die Ungewissheit über die Bodenbeschaffenheit, denn leider konnten wir nicht genau lokalisieren, wo genau sich der Faulschlamm befand.

Der Tag verging und bei herrlichem Sonnenschein haschten wir noch ein paar letzte Pigmente in 2017. Gegen 15 Uhr mussten wir dies jedoch kurz unterbrechen, denn erneut meldete sich meine linke Rute. Ein schöner kleiner Satzkarpfen mit markantem Schuppenbild ließ sich meinen Köder schmecken.

Da ich schon den ganzen Nachmittag wie auf heißen Kohlen saß beschloss ich nun, eine kleine Wanderung zu unternehmen, um unsere Plätze am gegenüberliegenden Ufer punktgenau mit Futter zu versorgen. Eine schöne Abwechslung für mich und Christoph konnte so seine Plätze gezielt anwerfen.

Mit perfekt präparierten Spots ging es also in die nächste Nacht.

Diese brachte endlich die Erlösung für Christoph. Zunächst konnte er einen schönen Schuppenkarpfen verhaften. Am nächsten Morgen folgten noch zwei schöne Spiegler. Alle drei Kategorie "Jochen". So war er doch noch besänftigt ;) Bei mir bleib es dagegen ruhig. Unerwartet war für mich, dass die rechte Rute nach der Brasse überhaupt keine Aktion mehr brachte. Wer weiß...

 

 

Trotzdem waren wir beide wieder fasziniert von diesem schönem Gewässer, ein Kleinod in unmittelbarer Schlagdistanz zur Großstadt.  Wir werden im nächsten Jahr sicherlich wieder zurückkommen.