Schwedische Karpfenangelabenteuer -Teil 3
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- Geschrieben von: Stefan
29.05.2023
Nach der gestrigen Futteraktion habe ich es tatsächlich schon an den See für eine kurze Abendsession geschafft.
Wie geplant konnte ich den Platz in der nördlichen Bucht befischen. Nach dem sonnigen Tag und dem südlichen Wind sollte das aufgewärmte Wasser in meiner Bucht sein.
Daher fischte ich eine Rute auf dem gefütterten Platz in relativer Ufernähe, während die andere Rute in der Nähe einiger Seerosen zum liegen kam. Beide Ruten wurden mit Pop-ups beködert. Noch etwas Mais und Boilies gefüttert und dann hieß es warten.

Von meinem Platz aus hatte ich gute Sicht über den gesamten See und mit dem abflauenden Wind hoffte ich auf sich zeigende Fische. Gegen 21 Uhr begann dann das Spektakel. In der Seemitte, leider etwa 100 m entfernt von meiner Bucht, begannen die Karpfen zu springen - immer und immer wieder. Das Spektakel dauerte etwa 30 - 45 min an. Ich wurde immer unsicherer - sollte ich umziehen und die sich zeigenden Fische anwerfen? Oder sollte ich an meinem gefütterten Platz festhalten? Nachdem ich hin und wieder Singlebleeps hatte und die äußeren Bedingungen eigentlich perfekt für meinen Spot waren, war ich hin und her gerissen. Nachdem aber gegen 21.30 Uhr ein Fisch etwa 20 m von mir entfernt am Ufer stieg, blieb ich endgültig an meinem Platz.
Und das war genau die richtige Entscheidung! Kurz vor 22 Uhr Uhr "explodierte" plötzlich das Wasser am gefütterten Spot in Ufernähe (80 cm Wassertiefe!). Gleichzeitig Fullrun an der linken Rute. Der Fisch zog mit aller Kraft an gegenüberliegende Ufer und weiter in Richtung Seemitte. Zum Schluss konnte ich den Fisch aber stoppen und beginnen, ihn an mein Ufer zu drillen. Immer wieder sah ich seine Schwanzflosse und auch in Kombination mit den "Kopfschlägen", die immer wieder zu spüren waren, rechnete ich mit einem Fisch um die 15 Pfund. Doch als der Fisch endlich im Kescher war, sah ich, dass er alles andere als 15 Pfund hatte...
An Land war ich überwältigt von der Färbung, vom Schuppenbild und der Größe an sich! 94 cm und 15,5 kg (!) sollte die Messung ergeben.

Mein Ziel war ja, überhaupt einen Schwedenkarpfen zu fangen. Außerdem hätte ich damit gerechnet, dass bei 10 kg nicht mehr viel Luft nach oben sein würde, aber mit einem 31 Pfünder hatte ich nicht gerechnet. Was für ein Fisch!
Nun musste das neue Handy zeigen, was es kann und, naja, den ersten Fisch im Dämmerlicht zu fotografieren, ist vielleicht nicht unbedingt die beste Voraussetzung, um die Kamerafunktionen kennenzulernen. Aber mit etwas Nachbearbeitung erkennt man dann doch annäherungsweise die Schönheit des Fisches.
Nach dem releasen des Fisches packte ich dann auch schon ein. Was sollte denn noch kommen?
Schwedische Karpfenangelabenteuer -Teil 2
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- Geschrieben von: Stefan
28.05.2023
Heute habe ich ein weiteres Karpfengewässer im Stockholmer Umland besucht. Es ist ein extra ausgewiesenes Karpfengewässer, welches durch einen kleinen Verein gepflegt wird. Einige Stellen habe ich mir angeschaut und im Hinblick auf die Wetterprognose für die nächsten Tagen (Wind aus südlichen Richtungen und milde Temperaturen) habe ich in der nördlichen Bucht in Ufernähe etwas Futter eingebracht. Ich weiß zwar noch nicht, wann ich es schaffe, am See zu fischen, aber zumindest liegt schon mal etwas Futter!

Schwedische Karpfenangelabenteuer -Teil 1
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- Geschrieben von: Stefan
25.05.2023
Elternzeit sei Dank, befinde ich mich zur Zeit in Schweden und verbringe hier einige Wochen mit meiner Familie.
Neben dem allgemein bekannten guten Angelmöglichkeiten auf Raubfische gibt es jedoch auch einige wenige Karpfengewässer. Nachdem ich in den letzten beiden Jahren schon zwei Gewässer in Südschweden, leider erfolglos, befischt habe, will ich es in diesem Jahr nochmal wissen. Wir beginnen unseren Urlaub in Stockholm und hier gibt es mehrere Gewässer mit Karpfen und Fänge über 10 kg sollten möglich sein. Leider sind nicht wirklich viele Informationen verfügbar, vieles liegt im Ungewissen. Hier wartet also das ein oder andere Abenteuer.
Heute habe ich mit meiner Tochter das erste Gewässer besucht, in dem es einen Karpfenbestand geben soll. Es ist ein See mitten im bebauten Stadtgebiet von Stockholm. Leider ist er an vielen Stellen nicht wirklich zugänglich und die wenigen zugänglichen Stellen sind stark durch Spaziergänger frequentiert. Auch mit Blick auf den dünnen Fischbestand für die Seegröße habe ich mich entschlossen, diesen See nicht weiter zu befischen.

Verregneter Herbstauftakt
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- Geschrieben von: Stefan
29.09.2020
"Endlich mal wieder raus ans Wasser!" Darauf hatten Christoph und ich uns im August verständigt und uns fest vorgenommen, Ende September mal wieder zusammen Fischen zu fahren. Das Ziel war schnell ausgemacht, ein passendes Wochenende konnten wir auch finden und nachdem auch das OK von den Damen des Hauses gegeben wurde (Antragsstellung drei Wochen im Voraus, in doppelter Ausfertigung), starteten wir am vergangenen Freitagvormittag zur ersten gemeinsamen Session in 2020.
Zuvor scoutete und befütterte Christoph mehrere Tage im Voraus die Spots und legte so den Grundstein für ein erfolgreiches Wochenende. Für das Wetter konnte er natürlich nichts, denn auch wenn der Wetterwechsel mit 16-stündigem Dauerregen am Samstag sicherlich dem Fischfang zuträglich war, war es doch ganz schön fordernd, die ganze Zeit im Zelt zu hocken, natürlich in teils klammen Klamotten und mit kalten Füßen.
Doch zunächst einmal passten wir bei unser Ankunft am Freitagvormittag den Durchzug des ersten Regengebietes ab und konnten so "trocken von oben" per Boot an unsere Stelle gelangen. Schnell wurden die Zelte aufgestellt, um bei erneutem Regen nicht eingewicht zu werden. Zum Glück blieb es vorerst trocken, sodass wir auch unsere Spots nochmal befüttern und schlussendlich auch unsere Montagen vernünftig ausbringen konnten. Am Ende kam sogar nochmal kurzeitig die Sonne raus und wir genossen einen schönen Abend am Wasser.
In der Nacht zog dann das angekündigte Dauerregengebiet herein und die Vorhersagen enttäuschten nicht. Es regnete am Stück, mal heftig, mal seicht, aber durchweg...
Nützt alles nichts, wenn die Bissanzeiger um Hilfe rufen, gehts raus. Das erste Lebenszeichen sendete mein Bissanzeiger etwa halb 7 in der Früh. Doch leider stieg der Fisch nach kurzem Kontakt aus. Kurze Zeit später meldete sich dann Christophs rechte Rute. Diesen Fisch konnte Christoph landen und wir freuten uns über den ersten Schuppi der Session. Wieder etwa eine Stunde später folgte der nächste Biss auf meiner linken Rute, den ich diesmal verwerten konnte. Ein langestreckter Schuppi machte den Auftakt für mich. Es ging weiter Schlag auf Schlag: erst folgte ein weiterer Aussteiger bei Christoph, danach konnte er einen schönen Spiegler auf der Matte begrüßen.
Zwischenzeitlich wurde es Mittag und die Hoffnungen auf eine baldige Regenpause waren vergebens gewesen. Mittlerweile waren die ersten beiden Jacken durchnässt, und wir beratschlagten kurz, wie wir mit den beiden Ruten verfahren sollten, die bisher keine Aktionen gebracht hatten. Ich entschied mich dafür, dem Platz meiner rechten Rute noch bis zum Abend Zeit zu geben und sie erst danach versetzt zur linken Rute zu präsentieren, sollte der Platz bis dahin keinen Biss liefern. Vorher wechselte ich aber nochmal den Köder auf einen von Christophs selbstgerollten Waftern, wobei ich feststellte, dass der bisherige Boilie mit Krebsspuren übersäht war und deutlich an Masse verloren hatte.
Der Samstagnachmittag blieb fischtechnisch ruhig, doch es regnete und regnete... Immer wieder wurden die Prognosen und Radarbilder abgerufen, nur um festzustellen, dass aus dem progostizierten Regenende von erst 18:00 Uhr nun 19:30 Uhr wurde. Doch zum Glück ließ der Regen bereits gegen 18:30 Uhr etwas nach und ich setzte meinen Plan um, nun beide Ruten auf dem Spot der linken Rute zu präsentieren, der bisher für all meine Aktionen verantwortlich war. Etwas versetzt präsentiert hoffte ich auf ein zusätzliches Eisen im Feuer. Und es zahlte sich auch gleich aus, denn nur etwa 5 Minuten nach dem Ablegen der Rute meldete sie sich und ein schöner Drill begann. Ergebnis war wiederum ein kampfstarker Schuppi.

Auch Christoph hatte seine linke, bisher "tote Rute" bereits etwas versetzt und einen weiteren Ausweichspot befüttert und hoffte auf eine ebenso erfolgreiche zweite Chance.Diese sollte er auch bekommen. Während es in der sternenklaren Nacht ordentlich abkühlte, meldete sich gegen 01:30 Uhr erneut seine rechte Rute. Nach einem starken Fight konnte er einen kräftigen Herbstbullen mit 37 Pfund auf der Matte begrüßen.

Überwältigt vom Fisch und ausgekühlt vom frischen Wind entschied er sich, den Alternativspot in Wurfentfernung zu befischen. Auch das zahlte sich aus, denn kurz vorm Morgengrauen war eben dieser Ausweichspot der Schlüssel zum nächsten Schuppi, der ebenfalls 37 Pfund auf die Waage brachte, aber 3 cm kürzer als sein Vorgänger war.

Unerwarteterweise verlief der Nacht bei mir komplett ruhig. Nach dem Versorgen von Christophs Fisch machte ich daher meine Ruten nochmal neu und hoffte auf einen Abschlussfisch am letzten Morgen. Und so sollte es auch kommen, denn gerade als wir zusammenstanden und über die Ruhe in der Nacht an meinen Ruten sprachen, lief eine der beiden nochmal ab. So konnte ich kurz vor Schluss noch einen schönen "Versöhnungsschuppi" landen. Danach ging es dann zufrieden nach Hause unter die warme Dusche!
Flussaction auf neuem Terrain
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- Geschrieben von: Stefan
10.09.2019
Nachdem Christoph und ich im Juli eine schöne Session an alter Fluss-Wirkungsstätte hatten, schmiedeten wir schon bald Pläne für die nächste Flusssession. Diesmal sollte es an einen für mich neuen Flussabschnitt gehen, der durch geringe Fließgeschwindigkeiten und teils starke Ufervegetation gekennzeichnet ist.
So starteten wir vor einigen Tagen mit unseren Frauen, um den Familienausflug mit dem notwendigen Scouting zu verbinden. So wurden die Frauen nach dem Mittagessen kurzerhand zum Spazierengehen verdonnert, während wir das Boot sattelten und uns auf Erkundungstour begaben. Mit vielen Eindrücken kehrten wir zurück und schmiedeten in den kommenden Tagen Pläne über unser Vorgehen, bis es am vergangenen Wochenende endlich losgehen konnte.
Bei wechselhaftem Wetter durchlebten wir die erste Nacht, die bei Christoph den ersten schlanken Flussschuppi brachte, während ich mich mit einem Döbel begnügen musste.

Doch im Laufe des Tages sollte es noch einige Male an den Ruten klingeln. Während ich die größeren Exemplare landen konnte, hielt sich Christoph an die Devise "Masse statt Klasse". Teilweise direkt nach dem Ablegen der Rute meldete sich Christophs Bissanzeiger in schöner Regelmäßigkeit, jedoch meist mit Fischen der Kategorie "Ronny" ;)
Ich hatte dagegen Glück, dass sich keine Satzer auf meinen Plätzen eingestellt hatten, so dass bis zum Nachmittag zwei größere und ein mittlerer Schuppenkarpfen bei mir zu verzeichnen war. Diese machten an meinen leichten Ruten viel Freude und glänzten auch optisch mit makellosen Schuppenbildern.
So ging es in die zweite Nacht, die zu unserem Erstaunen jedoch ergebnislos verging. Leider mussten wir noch vor der Beisszeit des Vortages abbauen, so dass es bei den Fischen blieb.