07.09.2017

 

Sechs Jahr sind eine ganz schön lange Zeit, auf dem Papier zumindest. Trotzdem fühlt es sich an wie vorgestern. Ich studierte noch und verbrachte einige Nächte an einem Gewässer, das landschaftlich sehr schön gelegen ist, jedoch nur kleine Fische hervorbrachte. Doch irgendwie war es an der Zeit, dem Gewässer einen Besuch abzustatten. So starteten Christoph und ich Ende August einen Versuch an diesem Gewässer. Nach einigen Tipps befreundeter Anglern nutzen wir jedoch andere Stellen als damals und versuchten ein paar schöne Fische zu fangen.

Dazu nutzen wir beide unterschiedliche Taktiken. Während Christoph vor allem hochaktive Köder und Pellets fütterte, beschränkte ich mich auf das Füttern blanker Boilies und das Fallenstellen. Ich hatte mir vorgenommen, einen Platz permanent zu befischen und eine Rute aktiver zu nutzen und hin und wieder den Spot zu wechseln. Den permanenten Platz befütterte ich etwas intensiver und nutzte ein herkömmliches Safety Rig. Die aktive Rute stattete ich mit einem Chod-Rig aus. Diese war es auch, die am ersten Abend direkt den ersten Biss brachte. Leider verfing sich die Schnur in einem Krautfeld am eigenen Ufer, sodass der Fisch durch die unzureichende Schnurspannung ausstieg. Kein glücklicher Einstieg, aber immerhin war Fisch am Platz!

So ging es in die Nacht, die dann bei Christoph einige Fische brachte. Er konnte 3 kleine Karpfen um die 50 cm landen. Sein aktives Futter eignete sich also sehr gut zum Ronny-Hunting ;). Doch die Fischgröße war letztlich wie vor sechs Jahren. Sollte es hier nicht auch größere Fische geben?

So kam der nächste Morgen. In der Nacht hatte es bereits immer wieder geregnet und auch am Vormittag sollte sich das wechselhafte Wetter fortsetzen. Am Nachmittag sollte sich aber eine Wetterbesserung einstellen. Wir frohlockten ;) Pünktlich zu Mittagszeit klarte es dann auf und plötzlich wurden die Fische aktiv. An vielen Stellen konnten wir springende Fische beobachten. Und es dauerte nicht lange, bis meine rechte Rute auf dem permanenten Platz ablief. Ich merkte sofort, dass es ein bessere Fisch war. Sorgen bereitete mir jedoch das Krautfeld am eigenen Ufer. Zunächst beruhigte mich Christoph noch, der mit seinen Watstiefeln bewaffnet den Fisch vor dem krautfeld noch keschern wollte. Doch die Arme waren zu kurz und ich wollte nicht noch einen Fisch verlieren. ;) Also kurzerhand Hose und Schuhe aus und rein ins Wasser. Zum Glück war das Wasser noch einigermaßen warm, denn das Wasser war dann doch tiefer als gedacht... Doch der Einsatz lohnte sich und im zweiten Anlauf konnten wir den Fisch landen. Klasse! Und der war dann doch etwas größer als 50 cm ;)

Doch nicht nur das Keschernetz war naß, sondern auch meine Unterhose ;) Wir tauften den Fisch daher liebevoll "Nasser-Sack-Fisch". Er brachte 20 Pfund auf die Waage und maß 81 cm. Ein makelloser Fisch!

 

So konnte es weitergehen. Gings aber nicht...

Die Chodrute lag tot, das wiederholte Umlegen zahlte sich leider nicht aus. Nach einem kleinen Missgeschick entschied ich mich daher, einen anderen Platz am anderen Ufer in der kommenden Nacht zu befischen. Auch Christoph legte eine ufernah platzierte Rute ans gegenüberliegende Ufer, sodass nun drei Rute relativ weit entfernt lagen. Trotzdem waren wir guter Dinge für die kommende Nacht. Diese ging recht lang, bis kurz vor 2 sahsen wir vor den Zelten und erzählten uns Ammenmärchen ;)

Doch kurz nachdem wir uns entschlossen hatten, in die Schlafsäcke zu kriechen, lief Christophs Rute am neuen Spot ab. Also ran an die Rute und drillen. Auch dieser Fisch kämpfte wacker und entpuppte sich als stolzer 27 Pfünder. Das Umlegen hatte sich also ausgezahlt!

 

So konnten wir in die wohlverdiente Nacht gehen.

Der nächste Morgen starte wieder mit viel Fischaktivität. Auch an dem Platz, der bereits meinen 20er gebracht hatte, zeigten sich Fische. Jedoch fiel plötzlich der Hanger an der anderen Rute durch - Fallbiss. Nach kurzem Kampf konnte ich so noch einen kleinen Karpfen verhaften.

Danach packten wir langsam ein und beendeten diese erfolgreiche Session. Wenig erfreulich: Meine Rute auf dem 20er-Platz hing fest, die ganze Nacht. Der Klassiker, da kann natürlich nichts beißen...

 

Trotzdem, die Rückkehr an dieses Gewässer hat sich echt gelohnt. Die nächste Session dort hin ist auch schon in Planung!

Grüße

Stefan